BdKEP Paketbox Workshop 14.11. – Update


Zur Vorbereitung des BdKEP Paketbox Workshops III am 14.11. noch einige Informationen.

In der letzten Woche haben wir eine Pressemitteilung verschickt. Sie können diese hier einsehen oder im unteren Teil lesen.

Zum Thema Betreibermodell für offene Postsysteme sende ich Ihnen vorab ein Positionspapier. Sie finden es im unteren Teil der E-Mail. Es bildet die Grundlage für die Gespräche am kommenden Freitag. Sofern Sie sich die Zeit zum Lesen nehmen können, sind Sie am Freitag bereits vorbereitet. Eventuell können Sie auch schon intern bei sich im Unternehmen ein erstes Stimmungsbild zur Vorgehensweise einholen.

Das Positionspapier zum Thema offene Postsysteme bringen wir am 14.11. ein. Dort sind dann die Ergebnisse aus dem Workshop selbst eingearbeitet.

Einige Teilnehmer reisen sicherlich schon am Donnerstag an. Herr Seikel vom Händlerbund und ich zum Beispiel treffen sich schon am Vorabend in der Kölner Altstadt zum gemeinsamen Abendbrot. Gern können Sie dazustoßen. Lassen Sie es mich wissen, wenn Sie interessiert sind, dann können wir uns an diesem Abend zusammentelefonieren oder den Treffpunkt per SMS austauschen. (a.schumann@bdkep.de)

Ich freue mich auf einen spannenden Workshop und wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche.

Herzliche Grüße aus BerlinAndreas Schumann
Vorsitzender

BdKEP
Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V.
Friedrichstr. 9510117 Berlin

Tel: +49 30 20076207
Fax:+49 30 20076208
eMail: aschumann@bdkep.de
Web:  www.bdkep.de

Amtsgericht Charlottenburg Vereinsregister VR 31630 B
Vorstand: Andreas Schumann (Vorsitzender), Achim Beier (Stellvertreter), Bert Hierl,  Carsten Kaps, Kemal Keskinsoy, W.-D. v. Trotha

Repräsentanz auch für:
ISSiT- Interessenverband selbständiger Subunternehmer im Transportgewerbe
pagd – Postagenturnehmerverband Deutschland

Positionspapier Betreibermodell für offene Postsysteme – Open Postal Alliance – Genossenschaft


1. Digitalisierung, Logistik und erfolgskritische Infrastrukturen
Die Digitalisierung prägt inzwischen maßgeblich die Logistikbranche. IT Systeme machen bisher nicht vorstellbare Serviceangebote möglich und haben jedoch die Tendenz Daten-Monopole zu erzeugen. Es entstehen erfolgskritische digitale Infrastrukturen. Der Zugang dazu entscheidet darüber, welche Anbieter und Produkte auf den Markt kommen und wer die Wertschöpfungsketten kontrolliert.

Naturgemäß richten die Betreiber postalischer Infrastrukteren ihre Angebote vordringlich an den finanziellen und strategischen Interessen ihrer Eigentümer aus. In der Regel sind jedoch die Eigentümer nicht identisch mit den Nutzern. Dadurch entstehen Zielkonflikte. Im traditionellen Postmarkt hat die Politik das Instrument der Regulierung, um die Interessen der Nutzer in die Geschäftspolitik einfließen zu lassen. In digital gestützen Logistiksystemen greifen diese Regulierungsinstrumente nicht.

In den kommenden zehn Jahren werden sich Versandmengen besonders aus dem Onlinehandel verdoppeln. Gleichzeitig sieht sich die Logistikbranche neuen Anforderungen bezüglich Verbraucherfreundlichkeit, Datenschutz und Nachhaltigkeit ausgesetzt. Die einfache Verdopplung der physischen und digitalen Infrastruktur wird den Herausforderungen nicht gerecht. Mit der Optimierung und Weiterentwicklung von traditionell gewachsenen Logistiksystemen und Serviceangeboten werden sie sich nicht bewältigen lassen. Neue Lösungsansätze sind gefragt.

Die Branche wird um eine grundlegende Reorganisation der Prozessketten, postalischer Infrastrukturen und Serviceangeboten nicht herumkommen. Andere Branchen wie Handel, Musikindustrie, der Energiemarkt und das Verlagswesen sind auf diesem Weg schon weiter vorangeschritten.

Die Etablierung offener, digitalisierter Verteil- und Abholsysteme ist ein Weg, um die steigenden Versandmengen aus dem Onlinehandel zukünftig effizient sowie umwelt- und verbraucherfreundlich zu befördern. Sie erleichtern es Startups und anderen Marktteilnehmern neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Dadurch kann ein gesundes Ecosystem aus bereits etablierten sowie neuen Anbietern und Angeboten entstehen.

Zusammen mit den dazu passenden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eröffnet diese lebendige Vielfalt Chancen, dass die Wertschöpfung in den Logistikketten durch viele Marktteilnehmer vor Ort erbracht und nicht durch einzelne große Marktteilnehmer abgeschöpft wird.

Voraussetzungen dafür sind der diskriminierungsfreie Zugang zu erfolgskritischen Infrastrukturen für die Marktteilnehmer sowie die Gewährleistung, dass diese Ressourcen nicht durch einzelne juristische Personen im Interesse weniger Kapitalgeber beherrscht werden.

Open Postal Alliance hat diese Anforderung zum Kernprinzip gemacht und setzt sich für die Etablierung offener Postsysteme ein. Zur Verwaltung und zum Betrieb der erfolgskritischen Infrastrukturen strebt die Open Postal Alliance die Gründung einer Genossenschaft an

2. Warum soll die Rechtsform der Genossenschaft zum Einsatz kommen?

Genossenschaften haben sich seit dem 19. Jahrhundert auch über Krisen hinweg als besonders stabile Rechtsformen erwiesen. Sie arbeiten nach den Grundprinzipien Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung sowie dem Identitätsprinzip. Letzteres besagt, dass die Miteigentümer/Träger zugleich Geschäftspartner (Abnehmer, Lieferant) und Eigenkapitalgeber sind (Dreifachbeziehung). Diese Prinzipien stellen sicher, dass genossenschaftlich betriebene Infrastrukturen in der Selbstverwaltung der Nutzer bleiben und trotzdem nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden.

Praxisbeispiele zeigen, dass Genossenschaften für moderne Kommunikationssysteme eine tragfähige Grundlage bilden. So sind die Denic als Betreiber und die Verwalter der Top-Level-Domain .de und die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, abgekürzt SWIFT, als Betreiber von Kommunikationsnetzen für den Nachrichtenaustausch zwischen Geldinstituten, als Genossenschaften organisiert.

3. Welche Aufgaben sollte die Genossenschaft übernehmen?

Die Genossenschaft sollte im Zusammenhang mit offenen Postsystemen folgende Aufgaben übernehmen:

  1. (Weiter)Entwicklung und Implementierung offener Standards (ISO / DIN /  CEN)
  2. Entwicklung von Systematiken zu den Themenbereichen Qualitätsmanagement, Datenschutz und Datensicherheit
  3. Verwaltung erfolgskritischer Datenbanken wie Identitäten, Empfängerpräferenzen und anderer Normdatenbanken, die zum digitalen Betrieb und zur Verwaltung von Ver- und Entsorgungsströmen notwendig sind
  4. Öffentlichkeitsarbeit
  5. Koordination der Anforderungen der Genossenschaftsmitglieder untereinander
  6. Interessenvertretung gegenüber Dritten
  7. Entscheidung über Entwicklung und Betrieb kritischer Infrastrukturen (make or buy)
  8. Identifikation interdisziplinärer notwendiger (Daten)Verbindungen in andere Branchen auf Grundlage offener Standards. (retail,  payment, returns, recycling)

4. Welche Stakeholder sollten Mitglieder der Genossenschaft sein?

5. Vorgehensweise
09 – 12/14    Ansprache Gründungsmitglieder-Identifizierung Pilotanwendungen

01/15    Gründung der Genossenschaft

02/ – 08/15    Eintragung der Genossenschaft

ab 02/15    Herstellung der Arbeitsfähigkeit

ab 02/15    Aufbau offener postalischer Infrastrukturen

Kontakt:

BdKEP – Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V.
Friedrichstr. 95 – 10117 Berlin
Vorsitzender: Andreas Schumann
Tel: +49 30 20076207 / Fax:+49 30 20076208
eMail: aschumann@bdkep.de
Web:  www.bdkep.de

Repräsentanz für:
ISSiT- Interessenverband selbständiger Subunternehmer im Transportgewerbe
pagd – Post-Agenturnehmer-Verband Deutschland

Berlin, 06. November 2014 – PressemitteilungAnbieterneutrale Paketboxen: BdKEP Workshop bei GS1 GermanyVertreter von Postdiensten, Paketbox-Herstellern, Standardisierungsgremien, Branchenverbänden und Technologieunternehmen treffen sich auf Einladung der BdKEP Initiative Open Postal Alliance am 14.11.2014 zum nunmehr dritten Paketboxworkshop. Die Arbeitsgruppe erarbeitet in der Workshopreihe Rahmenbedingungen, unter denen sich offene Paketboxlösungen am Markt etabliert können.

Das Treffen findet in dem erst im Sommer 2014 erweiterten GS1 Germany Knowledge Center in Köln statt. Am Vormittag tagen die Arbeitsgruppen Paketboxen und IT Betriebssystem zunächst getrennt. Die Arbeitsgruppe Paketboxen erarbeitet eine Systematik zu den verfügbaren Technologien, die allen Kurier- und Postdienstleistern den Zugang zu Paketboxen ermöglichen. Diese Technologien sollen im Anschluß mit den technischen Möglichkeiten der Paketdienste abgeglichen werden. Die Arbeitsgruppe IT Betriebssysteme erstellt eine Landkarte mit den für offene Postsysteme notwendigen Hard- und Softwarekomponenten, Datenbanken und Standards.

Am Nachmittag wird ein genossenschaftlich organisiertes Betreibermodell für kritische Ressourcen in offenen Paketboxsystemen vorgestellt und diskutiert. Zu den kritischen Ressourcen gehören zum Beispiel der diskriminierungsfreie Zugang zu den Abstellgenehmigungen der Paketempfänger sowie die Etablierung anbieterübergreifender Prozessabläufe und Standards. Über eine Genossenschaft könnte auch das in der Gruppe erarbeitete Wissen gesichert und dem Markt verfügbar gemacht werden.

Zum Abschluss steht die Abstimmung eines Positionspapiers zum Thema offene Postsysteme auf der Agenda. In diesem Dokument sollen die erarbeiteten Rahmenbedingungen zusammengefasst und an die Öffentlichkeit getragen werden. Wirtschaft und Politik erhalten so Vorschläge, wie der derzeit oligopolistisch organisierte Postmarkt für Wettbewerb und Innovation geöffnet werden kann.

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Der BdKEP vertritt seit 1990 die gewerbepolitischen Interessen der mittelständischen Unternehmer und Unternehmen der Kurier-, Express-, Paket- und Briefdienste und ist Ansprechpartner für Politik, Ministerien, Behörden, Presse und Brancheninteressierte. Die Branche erwirtschaftet derzeit einen Umsatz von über 27 Mrd. EUR mit über 500.000 Beschäftigten. Der BdKEP setzt sich für offene Postmärkte ein und hat deshalb im Mai 2014 die Open Postal Alliance gestartet. Technologieanbieter, KEP-Unternehmen, Institutionen sowie Verbrauchervertreter sind eingeladen, sich gemeinsam für den diskriminierungsfreien Zugang zum Postmarkt für alle Marktteilnehmer einzusetzen.

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